Vorliegende Bifora stammt noch aus den 50er Jahren und ist mit dem Manufakturkaliber 104-112 ausgestattet, ein recht frühes Automatikwerk mit herrlich prägnantem Geräusch des Aufzugsrotors. Die winzige Datumsanzeige hat konstruktionsbedingt noch keine Schnellverstellung, auch nicht durch Wechsel zwischen 20 bis 24 Uhr, man muss also wirklich kurbeln, was auch rückwärts möglich ist. Es finden sich rundum ein paar Gebrauchsspuren, erneuert wurden Glas und Lederband.
Der heute nicht mehr existierende Uhrenhersteller Enicar wurde 1914 von Ariste Racine (rückwärts Enicar) gegründet und ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für seine ikonischen Taucheruhren der Serie Sherpa bekannt geworden. Den Anfang machte unter anderem dieses Exemplar aus dem Jahr 1956, das den Modellnamen noch in der Mehrzahl Sherpas trägt, was nur bei sehr frühen Uhren der Fall ist. Im selben Jahr stattete Enicar eine Expedition auf den Mount Everest mit derartigen Uhren aus, um Werbung für ihre Robustheit zu machen. Und für die 50er Jahre waren sie das auch, zudem aus technologischer Sicht extrem fortschrittlich. Das Gehäuse mit der Referenz 100/61-10aSN wurde auch beim Modell "Seapearl" sowie der für den US-Markt produzierten "Healthways 100 Fathoms" verwendet, letztere trägt das Extrem der Uhr bereits im Namen. Sie war einst 100 Faden wasserdicht, eine Maßeinheit aus dem Tauchsport die 183 Metern entspricht, für die 50er ein sensationeller Wert, zumal ohne verschraubte Krone. Das Edelstahlgehäuse funktioniert nach dem Kompressorprinzip und ist damit das erste seiner Art im Uhrenbau (Patentnr. 98243). Vorliegendes Exemplar hat in den vergangenen sieben Jahrzehnten definitiv einiges erlebt, es finden sich rundum Gebrauchsspuren, Zifferblatt und Leuchtmasse sind stark patiniert. Man beachte vor allem den ikonischen Sekundenzeiger der unter Wasser zur Funktionskontrolle optimal ablesbar sein sollte. Das hauseigene Handaufzugkaliber AR 1010 lässt sich über die signierte Krone butterweich aufziehen, es hat gemäß Vorbesitzer eine Revision erhalten und die Gangwerte bestätigen dies. An den 18mm breiten Stegen befindet sich ein seltenes originales Tropic-Band mit ebenfalls originaler Enicar-Schließe. Als Kirsche auf der Sahne gehört zum Lieferumfang zusätzlich noch eine originale blaue Enicar-Box.
In diesem Chronographen aus den 1950er Jahren tickt ein überaus hochwertiges, damals auch von Breitling verwendetes Handaufzugskaliber vom Typ Venus 175. Es handelt sich um einen Chronographen mit Schaltrad, die Drücker lassen sich deutlich knackiger bedienen als bei Exemplaren mit Kulissenschaltung. Der Chrono schaltet und nullt exakt, lediglich der Stoppsekundenzeiger springt beim Starten manchmal ein bis zwei Sekunden nach vorn. Aber mit so einer alten Uhr stoppt man auch nicht mehr den 100-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen sondern eher die Pizza im Ofen. Der Zustand ist rundum gut, besonders das bronzefarbene Blatt und die dünnen Stabzeiger sind schön erhalten, das Gehäuse zeigt minimalen Goldabrieb. An die 18mm breiten Stege wurde ein braunes Lederband montiert.
Als Chronometer bezeichnet man eine besonders gangenaue Uhr, deren tägliche Abweichung im Rahmen von minus 4 bis plus 6 Sekunden liegt. In den 1950er Jahren war so etwas bei Armbanduhren extrem selten und nur wenige namhafte Marken hatten entsprechende Exemplare im Sortiment, zumal mit Automatikaufzug. Dazu zählte die Schweizer Manufaktur Eterna-Matic, die mit dem Kaliber 1422U ein chronometerfähiges Werk produzierte. Vorliegendes Exemplar ist eine Mariage, die originale Kombination aus Zifferblatt, Zeigern und Werk wurde in ein nicht von Eterna stammendes Vintage-Gehäuse eingebaut. Die Optik ist stimmig, das schwarze Zifferblatt passt von der Größe perfekt und das Werk wurde korrekt mit Briden befestigt. Die Krone ist scheinbar auch noch original und mit dem Markenlogo versehen. An den 18mm breiten Stegen befindet sich ein neues schwarzes Lederband. Das Datum kann durch Zug an der Krone schnellverstellt werden und ist wie das Zifferblatt ebenfalls schwarz.
Vorliegende Certina stammt höchstwahrscheinlich aus der Reihe Vainqueur, darauf deutet zumindest das Zifferblattlogo. Das französische Wort bedeutet ins deutsche übersetzt „Gewinner“. Die Uhr wurde in den 50er Jahren produziert und präsentiert sich in klassisch zurückhaltendem Design. Am Gehäuse finden sich ein paar Gebrauchsspuren, Zifferblatt und Zeiger sind gut erhalten. Das Manufakturkaliber Certina 324 erzeugt stabile Gangwerte, Glas, Krone und Lederband wurden erneuert.